Startup – Exit – Startup
März 15, 2017
Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership zum Thema “Startp – Exit – Startup” mit Roland Zeller berichtet Daniel Enderli:
Standesgemäss macht Patrick Comboeuf die Einleitung und lobt den Dozenten Roland Zeller schon mal bis in den Angel Himmel. Gemäss Patrick ist genau diese Lektion als Bestandteil eine feste Grösse und hat bisher alle Lehrgänge des CAS Digital Leadership überlebt, was klar für den Dozenten spricht.
Dozent Roland Zeller, erzählt uns von seinen Erfahrungen als Startup Unternehmer und Business Angel. Bekannt geworden ist Roland Zeller mit travel.ch, dem ersten Ferien- und Reiseportal der Schweiz. Anfangs ist seine Idee auf grosse Skepsis gestossen, “Reisen werden in einem Reisebüro gebucht” hiess die damalige Devise. Trotzdem hat Roland Zeller die Idee weiterverfolgt und umgesetzt. Und es hat sich ausbezahlt, wie wir im Verlaufe des Unterrichts erfahren.
Abermals lautet die Empfehlung an uns Studenten “nur wer mutig ist und seine Komfortzone verlässt, kann Grosses erreichen”. Jedoch entspricht dies nicht der typischen Mentalität eines durchschnittlichen Schweizer Arbeitnehmers.
Roland Zeller erläutert uns seine Lessons learned aus travel.ch:
Nach dem Verkauf von travel.ch an Hotelplan stellte sich die Frage wie es nun weitergeht. Sich zur Ruhe legen und ein schönes Leben zu machen war keine Option. Das wäre schlicht zu langweilig gewesen. Daher ging die Reise mit der Gründung von weiteren Startups und als Angel Investor weiter.
Die ersten Investments 2006-2008
Bevor man jedoch Kapital in ein Startup investiert, sollte man einige wichtige Eckpunkte beachten. Das Risiko, dass ein Startup scheitert ist enorm hoch. Als Schlussfolgerung können wir daraus ableiten, dass ein eingehender Selektionsprozess, Fingerspitzengefühl und eine Diversifikation der Investments matchentscheidend sind.
Roland Zeller: “Die Beziehung zwischen Startup Unternehmer und Investor muss zielführend sein, ein reger Austausch und Diskussionen sind elementar wichtig”.
Die beiden wesentlichen Gründe für das Scheitern eines Startups sind:
Erfahrungswerte:
Als Hilfsmittel kann die Boston Consulting Group Matrix (BCG-Matrix) herbeigezogen werden. Die Investments lassen sich damit in einem strategischen Portfolio übersichtlich darstellen.
Wie kann das Risiko eines falschen Investments reduziert werden
Leitsatz: “Ein gutes Team kann aus einer schlechter Idee ein Business genrieren. Ein schlechtes Team kann aus einer guten Idee kein Business machen”.
Was es unter Gründern zu regeln gibt:
Zu regeln ist, was passiert, wenn einer der Startup Gründer aussteigt.
Es gibt auch die Situation in denen sich mehrere Angels für ein Investment zusammenschliessen. In diesem Fall übernimmt ein Angel den Lead und kümmert sich um die Schlüsselaktivitäten wie Investment Summe, Vertragswesen, rechtlichen Aspekte, etc.
Das soziale Investment
Nach einigen Investments kommt man irgendwann auch an den Punkt etwas “Gutes” tun zu wollen. Beispielsweise ein Investment in ein Startup welches sich auf ökologische oder soziale Aspekte wie z.B. ein lokaler, nachhaltiger Umgang mit Wasser fokussiert. Die finanziellen Aspekte sind dabei zweitrangig.
Anforderungen an die Gründer
Das „Schweiz-Problem“
Wie sind die Auswahlkriterien zur Selektion von Startups?
Roland Zeller: “Mit Startups zusammen zu arbeiten ist wie eine Beziehung pflegen, es muss einfach matchen”.
Was würde Roland Zeller anders machen, wenn er nochmals von Vorne beginne könnte:
Der Austausch unter Investoren ist ebenfalls wichtig. Man trifft sich auf Messen und Konferenzen und geht dann Nachtessen und tauscht sich so aus und spielt sich gegenseitig mögliche Investment Ideen zu.
Wie verdient ein Angel Geld
Als Richtlinie, das Salär für Stratup Gründer ist in der Regel 4000.- bis 7500.- Schweizer Franken.
Wer kann Angel werden?
Crowdfunding
Zum Schluss noch die Frage zu Crowdfundig und ob dies die Angels überflüssig macht?
Gemäss Roland Zeller eignet sich Crowdfunding gut für kleinere, überschaubare Produkte oder Startups. Es können sehr schnell viele Aktionäre beteiligt sein, was die Steuerung sehr schwierig macht.
Das Vater-Sohn Startup
Zum Schluss noch eine “Vater und Sohn Story”: Roland Zeller bereiste zusammen mit seinem Sohn Russland und die beiden mussten dazu ein Visums beantragen. Der Prozess bis zum Erhalt eines Visums ist jedoch sehr umständlich und zeitaufwendig. Aus Spass sagte der Sohn zu seinem Vater “gründe doch ein Startup, um diesen Prozess zu vereinfachen”. Der Vater spielte den Ball aber umgehend zum Sohn zurück “gründe du doch ein Startup”. Aus dem Spass wurde Ernst und ein Business Modell. Entstanden ist das Vater-Sohn Startup www.etraveldocs.com welches heute pro Tag 6 Anträge für ein Visum bearbeitet. Mit dieser schönen Geschichte möchte ich den Blog Beitrag abschliessen.
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