Über 50 Prozent der Unternehmen sind digitale Dinosaurier

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Welchen Stellenwert hat die digitale Transformation bei Unternehmen und Organisationen in der Schweiz? Wie werden die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation eingeschätzt und welchen digitalen Reifegrad besitzen die Unternehmen momentan in der Schweiz?

Im Rahmen meiner Masterarbeit ging ich den genannten drei Forschungsfragen etwas genauer nach. Da jedoch für die Schweiz nicht genügend Datenmaterial zur digitalen Transformation zur Verfügung stand, führte ich eine eigene empirische Studie quantitativer Art, mittels einer Onlinebefragung durch. Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Es ist höchste Zeit, den Weg der digitalen Transformation zu starten.

Über 50 Prozent der Unternehmen fehlt digitales Know-how

Bei mehr als der Hälfte der Unternehmen und Organisationen in der Schweiz mangelt es gewaltig an digitalem Know-how. Dieses scheint nach wie vor sowohl auf Führungs- als auch auf Mitarbeiterstufe zu fehlen – obwohl 74 Prozent der befragten Unternehmen davon ausgehen, dass die Digitalisierung grosse bis sehr grosse Auswirkungen auf ihre Branche haben wird. Für eine Mehrheit von 52 Prozent der Schweizer Unternehmen wird die digitale Transformation bis 2017 sogar erfolgskritisch. In 2020 wird die digitale Transformation für 73 Prozent der Unternehmen ein erfolgskritischer Faktor sein.

Wann wird die digitale Transformation erfolgskritisch?

56 Prozent der Unternehmen sind digitale Dinosaurier

56 Prozent der befragten Unternehmen weisen einen geringen digitalen Reifegrad auf und zählen zu den sogenannten digitalen Dinosauriern. 12 Prozent sind digitale Arbeiter. Diese haben sich auf die operationelle Exzellenz fokussiert und in diesem Bereich digitale Verbesserungen vorgenommen. 6 Prozent gehören zu den digitalen Konnektoren, bei denen die Fokussierung gerade umgekehrt ist. Diese optimieren laufend und unternehmensweit das digitale Kundenerlebnis. 26 Prozent der befragten Unternehmen dürfen sich stolze digitale Master nennen. Bei ihnen ist die digitale Transformation sowohl intern bei der operationellen Exzellenz, als auch extern beim digitalen Kundenerlebnis bereits weit fortgeschritten.

Digitale Dinosaurier

«Digital Security», «Mobile», »Big Data», «Social Media» und «Cloud Computing« als wegweisende Technologien

Als wegweisende Technologien erkennt die Studie «Digital Security» sowie die Bereiche «Mobile», «Big Data», «Social Media» und «Cloud Computing». Als wichtigste Beweggründe für Unternehmen, die digitale Transformation zu vollziehen, werden Produkt- und Dienstleistungserweiterungen, ein verbessertes Kundenerlebnis und die Steigerung der Produktivität aufgeführt.

Digitale Technologien

Mangelndes Know-how auf der Führungsetage und fehlende finanzielle Ressourcen

Die digitale Transformation fordert Schweizer Unternehmen hauptsächlich aufgrund von Einschränkungen im IT-System, fehlender finanzieller Ressourcen und mangelndem Know-how, insbesondere auf der Führungsetage. Die grössten Herausforderungen der digitalen Transformation komplettieren «Unklare Rollen und Verantwortlichkeiten» und «Fehlendes Know-how bei den Mitarbeitenden».

Die wichtigsten Herausforderungen

Wir sind in der digitalen Realität angekommen

Die Ergebnisse der empirischen Studie zeigen den Handlungsbedarf deutlich auf: Mehr als die Hälfte der Unternehmen hat die Reise der digitalen Transformation noch vor sich. Und diese Reise müssen sie auf sich nehmen, sonst droht der Tod. Denn digitale Dinosaurier werden in den nächsten 10 Jahren aussterben. Die digitale Transformation macht vor keiner Branche halt – sowohl Banken als auch die öffentliche Verwaltung können durch einen sinnvollen Einsatz der digitalen Möglichkeiten, die Kundenbindung erhöhen und intern die Effizienz steigern. Veränderungskompetenz wird zum Schlüsselfaktor.

Ja, meine Damen und Herren wir sind in der digitalen Realität angekommen: Wer nicht digital denkt, ist raus. Es bleibt spannend, wie Unternehmen und Organisation in Zukunft ihre digitale Kompetenz aufbauen und ihr Geschäft entsprechend den neuen Gegebenheiten anpassen.

Mehr Informationen zur Studie

An der Befragung nahmen insgesamt 463 Personen teil. Davon 77 Prozent männlich und 23 Prozent weiblich. 62 Prozent der Befragten sind im Kader, 33 Prozent haben keine Kaderfunktion und 5 Prozent sind selbständig. Interessiert? Weitere Informationen zur «Digital Switzerland 2015» finden Sie unter bit.ly/CDBStudien. Die komplette Studie kann kostenlos per Mail bei angela.chatelain(at)fh-hwz.ch bestellt werden.